Rallye mit Volumen: DAX stürmt über 26.000 Punkte!
Der deutsche Leitindex hat ein massives Stärkesignal gesendet und mit einem kraftvollen Sprung die Marke von 26.000 Punkten zurückerobert. Nach dem vierten Gewinntag in Folge schloss der DAX mit einem deutlichen Plus von 1,31 Prozent bei 26.039,68 Zählern – dem höchsten Stand seit sieben Wochen. Bis zum August-Rekordhoch fehlen nur noch knapp zwei Prozent. Untermauert wird dieser Ausbruch von einem stark überdurchschnittlichen Handelsvolumen. Gleichzeitig ließ der Index zur Eröffnung eine charttechnisch wichtige Kurslücke bei 25.717 Punkten offen. Angeführt wurde die Rallye von starken Unternehmenszahlen: Adidas glänzte an der Indexspitze mit einem Kurssprung von fast sechs Prozent, während Vonovia nach einem gedämpften Ausblick für das operative Ergebnis als DAX-Schlusslicht drei Prozent einbüßte.
Zinspause und Politik-Risiko: EZB warnt hochverschuldete Staaten
Rückenwind erhielt das Frankfurter Parkett von der Europäischen Zentralbank, die ihren Einlagensatz wie erwartet bei 2,50 Prozent beließ. Obwohl Christine Lagarde eine mögliche Zinsanhebung im Dezember nicht ausschloss, signalisierte sie vorerst keine aggressivere geldpolitische Straffung. Mit Blick auf die politischen Spannungen und kletternden Anleiherenditen in Frankreich stellte sie unmissverständlich klar, dass hochverschuldete Staaten Marktschwankungen aushalten müssen. Parallel sinkende Renditen bei deutschen und US-Staatspapieren befeuerten den heimischen Aktienmarkt zusätzlich. Dass die US-Technologiebörse Nasdaq am Abend deutlich ins Minus rutschte, prallte am klassisch strukturierten DAX dank seiner geringen KI-Abhängigkeit völlig ab.
Monatsultimo und Inflationsdaten: Hält das frische Ausbruchsniveau?
Am heutigen Freitag, dem letzten Handelstag im Oktober, steht der Markt vor einem echten Härtetest. Um 14:00 Uhr diktiert die erste Schätzung der deutschen Inflation maßgeblich die anstehende EZB-Zinsdebatte. Flankiert wird der Daten-Gipfel von europäischen BIP-Zahlen und Bilanzen von Audi, Puma sowie den US-Ölgiganten ExxonMobil und Chevron. Angesichts eines angespannten Ölpreises von rund 115 US-Dollar und grassierenden Spekulationen über eine geopolitische Eskalation nach den US-Zwischenwahlen bleibt die Risikoscheu vor dem Wochenende hoch. Charttechnisch muss der DAX nun beweisen, ob er die 26.000-Punkte-Marke zielsicher verteidigen kann, oder ob Gewinnmitnahmen zum Monatsultimo den Index unweigerlich in Richtung der offenen Kurslücke bei 25.717 Zählern ziehen.
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