Konsolidierung auf hohem Niveau: Dem DAX geht im Rekordterrain die Puste aus!
Der deutsche Leitindex versuchte sich zum Handelsstart erneut an seinen jüngsten Bestmarken, musste den Bullenlauf jedoch im Tagesverlauf abbrechen. Mit einem Schlusskurs nahe dem Tagestief bei 26.299,74 Punkten und einem leichten Minus von 0,12 Prozent zeigt der DAX unverkennbare Ermüdungserscheinungen. Die Aktienmärkte stecken derzeit in einem fundamentalen Dilemma: Da sich die heimische Berichtssaison rasant dem Ende zuneigt, fehlen dem Parkett frische, unternehmensspezifische Impulse. Gleichzeitig liefert das geopolitische Tauziehen im Iran keine neuen Erkenntnisse, und solide, aber unspektakuläre Erzeugerpreise verfehlen den nötigen "Wow-Effekt" für weitere Kurssprünge. Die historische Rally pausiert in der Warteschleife.
Kontrastprogramm bei Einzelwerten: SAP schwächelt, Vincorion und Sixt glänzen
Unter der Index-Oberfläche zeichnet sich ein äußerst heterogenes Bild ab. Das Tech-Schwergewicht SAP verbuchte den zweiten Tag in Folge deutliche Gewinnmitnahmen und gab um 2,6 Prozent nach. Deutlich positiver präsentierte sich Vincorion: Die ehemalige Jenoptik-Tochter belohnte Anleger nach einer optimistischen Prognoseanhebung mit einem zweistelligen Kurssprung. Auch der Mobilitätsdienstleister Sixt überzeugte mit einem robusten zweiten Quartal. Ein gemischtes Signal sendete hingegen Energiekontor; das Unternehmen verzeichnete zwar steigende Umsätze, wurde aber von rückläufigen operativen Gewinnen belastet. Ohne die breite Unterstützung der Schwergewichte fehlt dem Gesamtmarkt aktuell die nötige Zugkraft.
Makro-Daten übernehmen das Ruder: US-Konsum als Zünglein an der Waage
Der heutige Fokus verschiebt sich massiv von der Unternehmens- auf die Konjunkturseite. Am Vormittag steht ein geballtes Datenpaket aus der Eurozone an, darunter das BIP für das zweite Quartal. Die eigentliche Richtung dürfte jedoch am Nachmittag an der Wall Street bestimmt werden: Um 14:30 Uhr folgen die US-Einzelhandelsumsätze, dicht gefolgt vom Konsumklima der Universität Michigan. Charttechnisch ist die Marschroute für den DAX nun klar definiert: Kann sich der Index oberhalb der kritischen Unterstützung von 26.168 Punkten behaupten, bleibt der Aufwärtstrend intakt und ein erneuter Angriff auf das Allzeithoch bei 26.573 Zählern jederzeit möglich. Ein nachhaltiger Bruch nach unten würde bei dem überkauften Index jedoch das Risiko einer scharfen Konsolidierung drastisch erhöhen.
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