Neues Rekordhoch mit bitterem Beigeschmack: Hartnäckige Inflation löst DAX-Konsolidierung aus!
Der DAX markierte am Mittwoch erneut ein historisches Allzeithoch, musste die Kursgewinne im späten Handelsverlauf jedoch wieder abgeben. Zum Xetra-Schluss stand ein leichtes Minus von 0,23 Prozent auf 26.331,07 Punkte zu Buche, womit das Wochenhoch vorerst erreicht sein dürfte. Während am Vormittag starke Unternehmensberichte den Leitindex trotz hoher Energiepreise noch stützten, übernahmen am Nachmittag die Inflationssorgen das Zepter. Sowohl in Deutschland als auch in den USA verharrt die Teuerung auf erhöhtem Niveau. An den Finanzmärkten verstärkt sich folglich die Befürchtung einer restriktiveren Haltung der US-Notenbank Federal Reserve – Marktteilnehmer nutzten die Rekordstände prompt für konsequente Gewinnmitnahmen.
Enttäuschung bei E.ON und Rohöl nahe 90 Dollar: Der Druck auf die Realwirtschaft wächst!
Unter den Einzelwerten geriet vor allem die Aktie von E.ON unter Abgabedruck. Trotz solider Geschäftszahlen und einer Bestätigung der Jahresprognose büßte der Titel 3,2 Prozent ein und avancierte zum Schlusslicht im Index – den Anlegern fehlten schlicht positive Überraschungsimpulse. Parallel bleibt der Nahost-Konflikt das dominante Makro-Risiko. Die anhaltende Hängepartie um die Öffnung der Straße von Hormus hält den Ölpreis der Sorte Brent knapp unter der kritischen Marke von 90 US-Dollar pro Barrel. Mit jedem Tag, den sich eine verlässliche diplomatische Lösung verzögert, nimmt der fundamentale Kostendruck auf die globale Wirtschaft spürbar zu.
Bullen unter Zugzwang: Reicht die Kraft für eine Verteidigung der 26.000er-Marke?
Für den heutigen Donnerstag richtet sich die zentrale Frage darauf, ob der Leitindex seine Handelsspanne oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 26.000 Punkten nachhaltig verteidigen kann. Verfestigt sich der Trend weiter steigender Verbraucherpreise, erhöht dies die Wahrscheinlichkeit einer überfälligen charttechnischen Konsolidierung. Eine temporäre Bereinigung nach einer derart dynamischen Rally ist markttechnisch absolut üblich und stellt den übergeordneten Aufwärtstrend vorerst nicht infrage. Sollte der Ölpreis jedoch auf dem aktuellen Niveau verharren oder weiter steigen, wird die Luft für die Bullen im Frankfurter Handel zusehends dünner.
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